Gottesdienst zum Gedenken an Entschlafene in Öhringen mit Bischof Marco Metzger.
Die neuapostolischen Kirchengemeinden Öhringen, Neuenstadt und Bitzfeld kamen am Sonntag, 5. Juli 2026, zu einem besonderen Gottesdienst mit dem Gedenken an Entschlafene in der Kirche Öhringen zusammen.
Musikalisch wurde die Feier durch den Gemischten Chor und dem Kinderchor eröffnet. Sie besungen Gottes reichen Segen, der wie ein „großes Dach“ sei. Einen besonderen Akzent setzten die Kinder durch passende Bewegungen, die die Gottesdienstbesucher erfreuten.
Jesus begleitet uns – in jeder Lebenssituation
Zu Beginn wandte sich Bischof Metzger besonders an die Kinder. Er erzählte die Geschichte eines Kindes, das erstmals allein mit dem Zug zu seinen Großeltern reisen durfte. Die Eltern gaben ihm für diese Reise einen kleinen Zettel mit. Als das Kind unterwegs unsicher wurde, las es darauf: „Liebes Kind, solltest du Angst haben, dann komm bitte zu uns in den hintersten Waggon. Wir warten dort auf dich.“ Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass seine Eltern während der gesamten Reise bereits mit im Zug waren. Dieses Bild übertrug der Bischof auf unser Leben: „Ganz gleich, in welcher Lebenssituation wir uns befinden – Jesus Christus ist immer da. Wir dürfen uns jederzeit vertrauensvoll im Gebet an ihn wenden.“
Christus überwindet die Kluft
Im weiteren Predigtverlauf beleuchtete der Bischof das Gleichnis Jesu vom „Reichen Mann und vom armen Lazarus“ (Lukas 16,19–31). In diesem Gleichnis führt Jesus die Folgen eines Lebens mit und ohne Hinwendung zu Gott eindrücklich vor Augen. Während Lazarus nach seinem Tod von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wird, erlebt der reiche Mann die schmerzliche Trennung von Gott. Zwischen beiden Bereichen besteht eine unüberwindbare Kluft.
Diese Kluft kann jedoch durch Jesus Christus überwunden werden. Nach seinem Opfer am Kreuz hat er auch den Seelen im Jenseits das Evangelium verkündet. Bis heute wirkt Christus somit an der Erlösung aller Menschen. Dabei bedient sich Gott auch gläubiger Menschen, die in seinem Auftrag das Evangelium verkündigen, Fürbitte leisten und die Sakramente in seiner Kirche spenden. So wird das Heil, das Christus erworben hat, in seiner Kirche allen Menschen angeboten – den Lebenden ebenso wie den Entschlafenen.
Bezirksvorsteher Eberhard Schneider unterstrich diesen Gedanken in seinem Mitdienen mit den Worten: „Jesus ist die Brücke, auf die wir alle Heilsverlangenden hinweisen dürfen.“ Hirte Daniel Polzin, Stellvertreter des Bezirksvorstehers im Kirchenbezirk Heilbronn, ergänzte in seiner Co-Predigt, dass Gott keinen Menschen vergesse – weder in dieser noch in der jenseitigen Welt. Gottes Blick reiche weiter als unser menschliches Denken.
Zum Abschluss des Gottesdienstes gestalteten die Kinder noch einmal einen fröhlichen Beitrag mit dem Kinderlied „Lasst die Herzen immer fröhlich …“ (NAK Gesangbuch Nr. 242).