Eingeladen zu dem Gottesdienst, den Kirchenpräsident Michael Ehrich am Sonntag, 10. März, in Heilbronn-Pfühl hielt, war der gesamte Ältestenbezirk und so war die Kirche wieder einmal richtig gut gefüllt.
Umrahmt wurde die Feier von einem großen gemischten Chor, einem Kinder- und Jugendchor, sowie dem Orchester und der Orgel.
Dabei wurde Bezirksevangelist Hartmut Fischer, der 47 Jahre lang als Amtsträger – 38 davon im Bezirksamt – gedient hatte, altersbedingt zur Ruhe gesetzt. Zum Nachfolger und stellvertretenden Bezirksvorsteher wurde Hirte Daniel Polzin aus Öhringen berufen. Dem Gottesdienst legte der Bezirksapostel ein Bibelwort aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Vers 1 zu Grunde: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“
Bezugnehmend auf das gemeinsame Lied der Chöre eröffnete der Apostel seine Predigt mit der Aussage: „Ich glaube, der liebe Gott tut nichts lieber als segnen“. Man lese in der Bibel immer wieder davon, dass er Kräfte übertragen könne. Aber kommen müsse man aus eigenem Antrieb zu ihm, wie etwa die Frau, die auf einem Marktplatz Jesu Kleidung berührt habe und gesund geworden sei.
Das vorgelesene Bibelwort stamme aus den sogenannten Abschiedsreden von Jesus, sei damit also eine nüchterne Vorausschau und Vorbereitung der Jünger auf seinen bevorstehenden Heimgang zum Vater. Nur zwei Sätze später habe er dabei aber auch schon seine Wiederkehr angekündigt. Damit habe er ihnen und allen Christen eine Perspektive gegeben, die allerdings geglaubt werden müsse. Dies sei die Grundvoraussetzung dazu, ebenso wie seine Aufforderung zur entschiedenen Nachfolge.
Nur der Glaube an den Erlöser könne zum ewigen Leben führen. Darüber dürfe man in seinem persönlichen Umfeld gerne auch sprechen, davon zeugen, entsprechende Gelegenheiten suchen und nützen.
Sogar im politischen, ökonomischen und sonstigen Weltgeschehen gelte das Textwort, denn Glaube gebe immer Tragkraft für alle Widernisse. Vorstellen könne man sich mit Kopf und Verstand manches nicht – glauben könne man es.
Die so entstehende Glaubensgelassenheit führe dazu, dass Dinge und Ereignisse losgelassen und in die Hand Gottes gelegt werden könnten.
Glaubensprüfungen, das menschliche Hinterfragen – besonders im Jugendalter – und sogar Zweifel manchmal seien völlig normal. Dann kämen aber wie von selbst Glaubenserlebnisse und -erfahrungen. Er verwies auf das vom Kinderchor vorgetragene Lied: „Hand in Hand, Du und Ich – wir gehen den Weg gemeinsam“.
Der zu einem Predigtbeitrag aufgerufene Apostel Arne Herrmann führte zu dem Textwort aus: Er – Jesus - sage nicht, dass es kein Erschrecken oder keine Angst gibt. Solche Situationen seien normal, vor allem wenn es um fast alltägliche Geschehnisse – Krieg, gesundheitliche Probleme, Sorgen am und um den Arbeitsplatz – gehe. Glaube verhindere diese nicht, aber er gebe die nötige Tragkraft dazu, vor allem in der Gemeinschaft.
Bezirksevangelist Hartmut Fischer formulierte sein „Vermächtnis“ an die ihm bisher anvertrauten Gläubigen in Form des Gesangbuchliedes 415: „Der Bräut´gam kommt!“ Die erste Strophe ermahnt, die Verheißung der Wiederkunft Jesu nicht zu vergessen, in der zweiten gehe es darum, zu glauben und darüber nachzudenken. Im dritten Vers werde deutlich: Glauben führe zu Wissen, während die Gläubigen im vierten Vers dazu aufgerufen werden, Treue zu behalten bis zuletzt. Im fünften Vers schließlich die Gewissheit: „Er kommt und holt seine Braut.“
Sündenvergebung, heiliges Abendmahl und Schlussgebet beendeten den Festgottesdienst.