Gleich in mehrfacher Hinsicht hatte der Gottesdienst am Sonntag, 20. April, in der Gemeinde Heilbronn-Pfühl ein besonderes Gepräge:
Es war Ostern – das Hochfest der Christenheit; gehalten wurde er vom zuständigen Apostel Arne Herrmann und im Anschluss daran traten zwei langjährige Amtsträger altershalber in den Ruhestand. Zudem wurde für die Gemeinde ein neuer Vorsteher beauftragt.
Zu Grunde lagen dem Gottesdienst die Bibelworte aus dem Markus-Evangelium 16, Vers 9/10: „Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte. Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten.“
Gleich zu Beginn zog der Apostel einen Vergleich: So, wie er das Orchester nach der Bibellesung – überraschend – zu einem musikalischen Beitrag aufgefordert hatte, sei es auch für die Jünger Jesu eine Überraschung gewesen, dass Jesus auferstanden war – obwohl er es ihnen schon zuvor offenbart und gesagt hatte. Aus seinen ängstlichen und verzagten Nachfolgern seien daraufhin mutige und freudige Bekenner geworden, vor allem, nachdem er ihnen sieben Wochen später an Pfingsten noch den Heiligen Geist sandte.
Eine weitere Besonderheit aus dem Bibelwort: Es waren Frauen, die seine Auferstehung als erste realisierten und bekannt machten. Zeuginnen also, die in damaliger Zeit in dieser Funktion nicht ernst genommen wurden und als solche auftreten konnten. Glaubwürdig seien damals bei offiziellen Anlässen nur Männer gewesen.
Zu diesen aber, die sich trauernd und hoffnungslos gegeben hatten, kam Maria zuerst und überbrachte die frühe Botschaft, die ihnen dann als Siegel und „Echtheitszertifikat“ diente.
So wurde das Kreuz vom ursprünglichen Symbol des Todes zum Zeichen der Hoffnung und des Lebens für die Christenheit. Ein Glaube ohne Auferstehung wäre nichtig und sinnlos gewesen und geblieben, so der Apostel. Und so wie Maria zur ersten Zeugin der Auferstehung wurde, sei es Aufgabe aller Christen bis heute, die frohe Botschaft des Evangeliums weiterzutragen. „Wir müssen lernen mehr darüber zu sprechen und davon zu zeugen!“, sagte der Apostel.
Der zu einem Predigtbeitrag aufgerufene Bezirksevangelist Stefan Clever verglich diese Aufgabe mit einem Feuer. Mit jedem weiteren aufgelegten Holzscheit könne es am Brennen gehalten oder neu zum Lodern gebracht werden. Und Priester Michael Vogt, der von der Empore an den Altar gerufen wurde, verwies darauf, dass er von oben den besseren Überblick gehabt habe. Daher: „Gott lässt sich nicht überraschen – er weiß schon alles.“
Im Anschluss an die Predigt konnten fünf Kinder das Sakrament der Heiligen Versiegelung, also die Gabe des Heiligen Geistes, empfangen.
Nach Sündenvergebung und Abendmahl schließlich setzte der Apostel zwei Amtsträger in den Ruhestand. Der langjährige Gemeindevorsteher von Heilbronn-Pfühl, Hirte Gerald Krimmer (44 Jahre lang Amtsträger, fast 15 Jahre lang Vorsteher), wurde altershalber von seinen Amtsaufgaben befreit, ebenso wie Priester Michael Ludwig (seit 43 Jahren Amtsträger). Der Apostel dankte beiden für ihren langjährigen ehrenamtlichen und selbstlosen Einsatz und stellte in einigen wenigen Worten ihre besonderen Fähigkeiten heraus. Ihr neues Amt sei nun das Kürzel „RiR“ (Ruheständler in Reichweite).
Priester Michael Schanz, bisher Vorsteher der Gemeinde Heilbronn-Böckingen, betraute er ab sofort mit der Doppelaufgabe dies auch für Heilbronn-Pfühl zu sein. Dies bleibe kein Dauerzustand, sondern sei eine Weichenstellung im Blick auf das anstehende Zusammenwachsen der beiden Gemeinden. Seine Aufforderung an alle ab sofort: „Kooperation ist angesagt.“