Beim ersten Tutti-Probentag trafen sich 100 Sängerinnen und Sänger sowie 50 Orchestermusiker in der Kirche in Ansbach um ein besonderes Konzertwochenende vorzubereiten.
„Weil Singen einfach Freude macht!“ So bringt eine Teilnehmerin die Stimmung auf den Punkt. „Ich war beim Süddeutschen Kirchentag 2024 als Zuhörer dabei und nach 40 Jahren Chorabstinenz habe ich mich sofort entschlossen mitzumachen.“ Und ein weiterer Sänger ergänzt: „Die Pausen sind genauso schön wie das Singen, man trifft alte Bekannte und spürt die Gemeinschaft.“
Sanfte Streicherklänge, voluminöse Bläsertöne und kraftvolle Chorstimmen erfüllten am Probentag das Kirchenschiff. Erstmals trafen sich alle 150 Mitwirkenden, 100 Sängerinnen und Sänger und 50 Orchestermitglieder, zur Tuttiprobe, um das Programm für das Konzertwochenende am 24. und 25. Mai 2025 vorzubereiten. Unter der Leitung von Dirigent Tobias Rahne zeigten sich bereits nach wenigen Takten erste Gänsehaut-Momente: „Ich würde sagen, es war ein großer Erfolg. Viele sind zu mir gekommen und haben gesagt, sie hätten sich wie Schnitzel auf den Tag gefreut.“
Das Repertoire umfasst die feierliche Cäcilienmesse von Charles Gounod, die mit ihrer emotionalen Tiefe beeindruckt, sowie zwei neue Chorwerke, die das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel thematisch einleiten. Darunter „Dem in der Finsternis wandelnden Volke erschien ein helles Licht“ und „Einen anderen Grund kann niemand legen“. So entsteht ein roter Faden, der den musikalischen Bogen bis zum Kern des Programms spannt.
Die Vorbereitung auf dieses Großprojekt erfolgte in regionalen Kleingruppen. Je drei Proben für Chor und Orchester in Nordbayern und in Baden-Württemberg. Ein großer zeitlicher Aufwand, der für alle Beteiligten, Berufstätige, Familien und Ehrenamtliche, weit über die Samstage hinausging. Tobias Rahne beschreibt es so: „Noten kopieren, Arrangements schreiben, Proben organisieren, das geht alles zusätzlich nebenbei. Aber wenn man sieht, wie der Raum bebt, ist jede Mühe jede Minute wert.“
Gerade das Orchester erlebte im Probenzyklus eine besondere Entwicklung. Beim ersten Treffen spielte noch jeder für sich, doch nach einer gemeinsamen Pause entstand plötzlich von außen spürbare Verbundenheit. „Die Musiker haben sich draußen unterhalten und sind dann mit einem völlig neuen Klang zurückgekehrt“, erzählt der Dirigent. Dieses Miteinander spiegelt sich auch im Klangbild wider und macht die Musik lebendig.
Dieses intensive gemeinsame Erleben mündet nun in zwei Konzerten, die ganz im Zeichen von 1.700 Jahre ökumenisches Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel stehen.
Am Samstag, 17 Uhr, in der Neuapostolischen Kirche Heilbronn-Pfühl und
am Sonntag, 18 Uhr, in der Katholischen Kirche Bubenreuth, laden Chor und Orchester zu einem unvergesslichen musikalischen Streifzug ein.
Der Eintritt ist frei – eine Einladung zum Zuhören, Mitfühlen und Durchatmen.
Wer jetzt neugierig geworden ist, darf sich auf einen Abend voller Klangfarben, Gemeinschaft und Emotionen freuen.
Am Ende des Probentages stand Dirigent Tobias Rahne noch für ein Radiointerview zur Verfügung.
Der Vorbericht ist zu hören, am 18. Mai um 6.45 Uhr auf Bayern2, oder online in der Mediathek.
Bericht: Heike Stiegler
Fotos: Heike Stiegler / Dennis Bezold