Einen besonderen Seniorengottesdienst gab es am Sonntag, 14. April, in der Kirche in Heilbronn-Pfühl. Der aus Sicht der zahlreichen Besucher recht junge Gottesdienstleiter – Apostel Arne Herrmann ist noch unter 50 – legte seiner Predigt ein Bibelwort aus dem Hebräer 6, Kapitel 10, Vers 10 und 11 zugrunde:
„Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende…“.
Der Apostel ging zunächst kurz auf das von Chor und Orchester vorgetragene Eingangslied „Preis und Anbetung sei unserm Gott“ ein. Lob, Preis und Anbetung seien wesentliche Merkmale jedes Gottesdienstes – auch wenn es manchmal umständehalber schwierig werde zu danken. Aber: „Wer denkt, der dankt.“
Das genannte Bibelwort wolle er als Allererstes denen widmen, die sich im Blick auf vergangene Zeiten vielleicht manchmal von der Gemeinschaft abgehängt oder abgeschrieben fühlten. Aktivitäten, Seelsorgebesuche und Ähnliches hätten zwar abgenommen. Dafür gebe es viele Gründe und Ursachen – es sei aber Fakt. Und auch die Frage im Blick auf die Zukunft („Wo sind die Früchte?“) könne aus momentaner Sicht manchmal nicht beantwortet werden. Sein Appell an alle: „Lassen wir Gott Zeit, vertrauen wir ihm doch.“
Im biblischen Gleichnis vom verlorenen Sohn habe der Vater nix falsch gemacht, dem Sohn seien zunächst halt andere Dinge wertvoller und wichtiger gewesen. Vorübergehend, denn er kam zurück. Das Beispiel sage: „Gib Hoffnung und Liebe nicht auf - wart’s doch ab.“ Wenn man selbst nichts mehr tun könne, bleibe nur alles nur in Gottes Hand zu legen und Türen offen zu halten.
Im Bibelwort heiße es „und noch dient“. Dies sei kein Blick in die Vergangenheit, sondern eine Gegenwartsaufforderung. Ein ganz wichtiger Punkt sei dabei die Fürbitte für andere. Diesen Dienst könne jeder leisten, unabhängig vom Alter: „Da bauen wir auf eure Unterstützung.“ Ebenso gelte das für Ermunterung – andere mal zu loben, jemandem Danke zu sagen.
Und der Anker von allem, der bis in die Ewigkeit reiche, sei die Hoffnung. Dieser Anker – Jesus Christus – verleihe trotz Alter, Krankheit, Trauer und anderen Erschwernissen Sicherheit. Wenn ein Anker mal über Bord geworfen sei, sehe man ihn zwar nicht mehr – dennoch sei man mit ihm verbunden. Gezielt nannte der Apostel hierzu ein paar Beispiele und Lösungsansätze: Altersarmut („Trachtet zuerst nach dem, was oben ist.“), Einsamkeit: („Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“), Trauer („Wir seh´n uns nie zum letzten Mal.“) und Erinnerungen an früher, wenn sie belastend werden („Gott hält alles in der Hand!“)
Der zu einem Predigtbeitrag aufgerufene Hirte Polzin verwies auf seine Kindheit und das von den Omas zubereitete Essen. Es habe immer ganz besonders gut geschmeckt, da es mit Liebe zubereitet worden war. Also gelte es, weiterhin mit Liebe ans Werk zu gehen und im Eifer Jesus ähnlicher zu werden.
Den Schlusspunkt setzte Priester Schanz, der den Gottesdienst mit Bogenschießen verglich, bei dem in Sachen Trost mehrfach ins Schwarze getroffen worden sei. Dies wisse er aus vielen Begegnungen und Gesprächen.
Und bei jedem Bogenschießen gebe es vorher zunächst einen Augenblick der Ruhe und der Zielfokussierung.
Der Apostel griff dies auf und leitete damit zum Höhepunkt des Gottesdienstes – Sündenvergebung und Abendmahl – über: „Unser Ziel ist die ewige Gemeinschaft mit Gott.“